Willkommen im Ost-Blog

Fast fünf Jahre ist es her, dass ich mit der Straßenbahn durch Antwerpen fuhr und beschloss, nach meinem Auslandssemester nicht zurück nach Düsseldorf zu gehen, sondern mein jahrelanges studentisches Nomadentum zu beenden und bei meinem neuen Freund einzuziehen. Meine Freundinnen von der Uni waren gerade zu Besuch und bestärkten mich, bereut habe ich es noch keine Minute. Verliebt in Antwerpen und verliebt in den besten Mann der Welt zog ich also nach Halle an der Saale – und verliebte mich auch in diese Stadt.

Zugegeben, nach Halle zu kommen, ist nie schön: Weder aus dem Zug noch aus dem Autofenster sieht man besonders hübsche Straßenzüge. Halles Reiz zeigt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick, nach ein paar Metern ins Zentrum, nach einigen umrundeten Häuserecken. Manchmal überlege ich, ob die Stadt absichtlich so ist. Unprätentiös und ein wenig verlegen. Wer nur von außen auf sie schaut und dabei nichts Ansprechendes entdeckt, der ist es ihr auch nicht wert, vom Gegenteil überzeugt zu werden. Halle ist anders, als ich dachte. Als fast alle aus meinem Umfeld dachten.

 

Ich bin 1988 in Nordrhein-Westfalen geboren. Mit 25 war ich zum ersten Mal „im Osten“ unterwegs, auf der Durchreise nach Prag. Da die Nordsee nah war und die Ostsee weit, gingen die familiären Urlaubsreisen in die Niederlande. Daher war der Osten nie Thema für mich, ich wusste nicht viel über die Menschen, über die Geschichte und die Sprache(n). Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich auch die Lüneburger Heide und den Odenwald nicht kenne. Inzwischen habe ich schon vieles dazugelernt, vieles verstehe ich immer noch nicht. Und genau darüber möchte ich an dieser Stelle berichten – ehrlich, persönlich und vielseitig.

eure Kordula

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja (Mittwoch, 19 Dezember 2018)

    Das klingt spannend. Ich freu mich drauf.